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HERDORF Bollnbacher gaben Frühjahrskonzert im Hüttenhaus /
Auch Jugendorchester überzeugte
Ein Höhepunkt war die Aufführung der Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Tell“.
suk Der Bollnbacher Musikverein ließ am Sonntag im Hüttenhaus Herdorf Frühlingsstimmung aufkommen. Er hatte zum Frühjahrskonzert geladen und präsentierte einen entsprechend bunten Melodienstrauß. Moderator Norbert Moog gab dazu gleich zu Beginn einige poetische Reime zum Thema Frühling zum Besten und führte auch sonst geistreich und humorvoll durch das Programm.
Unter der Leitung von Andreas Glöckner spielte das Orchester zünftige Märsche ebenso wie klassische Werke, moderne Blasorchesterkompositionen und mitreißende Filmmusik. Den Beginn machte die Fanfare „La Peri“, die ausschließlich von den Blechbläsern vorgetragen wurde. Helle Trompetenklänge und tiefes Blech sorgten hier für ein schönes Klangerlebnis.
Im Anschluss stand dann gleich ein erster Höhepunkt auf dem Programm. Die Bollnbacher hatten sich an die Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Tell“ von Gioachino Rossini gewagt und sich damit viel vorgenommen. Verstärkt wurde das Orchester durch Verena Buschmann am Cello, deren Mitwirkung sich vor allem bei den getragenen Passagen zu Beginn des Stückes als klangliche Bereicherung herausstellte; gleiches galt für Anna-Maria Koch an der Oboe. Höchste Anforderungen stellt das Werk an alle Musiker, wobei vor allem die Holzregister rasend schnelle Läufe zu meistern hatten. Ebenso anspruchsvoll zu spielen war die sinfonische Dichtung „Finlandia“ von Jean Sibelius. Das Werk von 1898 galt zur Zeit seiner Entstehung geradezu als „geheime Nationalhymne“ Finnlands und ist dort auch heute noch sehr populär. Die vielen klanglichen Facetten des Stücks kamen bei dem gekonnten Vortrag des Orchesters gut zur Geltung. Gelungen war auch das „Zwiegespräch im Walde“ von Emil Dörle. In dem volkstümlichen Stück fungieren Flügelhorn und Tenorhorn als Soloinstrumente und führen ein musikalisches Zwiegespräch. Das „Gespräch“ zwischen Yvonne Fuchs (Tenorhorn) und Thomas Dietz (Trompete) verlief jedoch sehr harmonisch, sehr zur Freude der Zuhörer, die dafür begeisterten Applaus spendeten.
Ein weiterer Glanzpunkt des ersten Konzertteils war der Auftritt eines achtköpfigen Klarinettenensembles, das unter der Leitung von Jörg Wellnitz die Ouvertüre zur Oper „Eine Italienerin in Algier“ von Gioachino Rossini spielte. Neben den gängigen B-Klarinetten war das Ensemble besetzt mit einer Alt-, einer Bass- und sogar einer Kontrabassklarinette, was die überaus sauber intonierte Version der Ouvertüre zu einem besonderen Klangerlebnis machte.
Nach der Pause begeisterte zunächst das vereinseigene Jugendorchester mit einigen Vorträgen. Unter der Leitung von Markus Rink spielte der Nachwuchs mitreißende Stücke wie „You Raise Me Up“, das „Lied der Schlümpfe“ oder ein pfiffiges Medley bekannter Melodien aus Kinderserien wie „Pippi Langstrumpf“, „Jim Knopf“ oder die „Biene Maja“. Für die gelungenen Vorträge war den rund 20 jungen Musikerinnen und Musikern der Applaus sicher.
Zum krönenden Abschluss des Konzertes spielte das Orchester bekannte Filmmusiken. Zunächst das bekannte Medley „Moment für Morricone“ von Ennio Morricone, das von den Herdorfer Musikern durch allerlei Effekte besonders klangvoll in Szene gesetzt wurde. So erklang ein Banjo ebenso wie eine Mundharmonika und verschiedene Percussions-Instrumente. Extrem anspruchsvoll war das Arrangement von Walter Ratzek zur Filmmusik von „Das Boot“. Hier war noch einmal das ganze Können der Musiker gefragt, die sowohl mit den technisch schwierigen schnellen Passagen als auch mit den Tempowechseln und der zeitweise außergewöhnlichen Rhythmik gut zurechtkamen.
Eine absolut glänzender Abschluss gelang dem Orchester mit dem Stück „Lord Of The Dance“ mit seinen facettenreichen Klangfarben und Stimmungen, die von rasend schnellen, fast schon dramatischen Passagen bis zu verträumten, getragenen Melodien reichten. Begeisterter Applaus war der verdiente Lohn für diese tolle Leistung am Konzertende. Natürlich ging der Bollnbacher Musikverein nicht von der Bühne, ohne zuvor eine zünftige Zugabe gespielt zu haben.
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